Wie findet man geeignete KI-Anwendungsfälle im Unternehmen?
Nicht durch Brainstorming, sondern durch Prozessaufnahme. Man geht einen Ablauf von Anfang bis Ende durch und markiert die Stellen, an denen Informationen manuell umkopiert werden, an denen gewartet wird und an denen Wissen an einer einzelnen Person hängt. Diese drei Muster zeigen zuverlässig, wo generative KI etwas bringt. Anschließend wird jeder Kandidat nach Häufigkeit, Zeitaufwand, Fehlerrisiko und Umsetzbarkeit bewertet.
Was ist der digitale Reifegrad und wie wird er bestimmt?
Der digitale Reifegrad beschreibt, wie weit ein Unternehmen tatsächlich ist, gemessen an Strategie, Prozessen, Daten, Kompetenzen und Kultur, nicht an der eingesetzten Software. Bestimmt wird er über strukturierte Gespräche mit Führung und Prozessverantwortlichen sowie über die Betrachtung realer Abläufe und Datenbestände. Das Ergebnis ist keine Note, sondern eine Standortbestimmung mit den drei bis fünf wirksamsten nächsten Schritten.
Wie lange dauert eine Use-Case-Analyse?
Für einen abgegrenzten Bereich reichen meist zwei bis drei Termine über wenige Wochen: Aufnahme, Auswertung, Ergebnisbesprechung. Bei bereichsübergreifender Betrachtung dauert es länger, weil Schnittstellen zwischen Abteilungen der aufwendigste Teil sind. Genau dort liegen aber oft die größten Hebel.
Was ist der Unterschied zwischen AI Literacy und AI Fluency?
AI Literacy ist das Grundverständnis: Was können diese Werkzeuge, wo liegen ihre Grenzen, welche Regeln gelten. AI Fluency ist die Stufe darüber: KI so selbstverständlich in die eigene Arbeit einzubauen, dass man nicht mehr überlegt, ob man sie einsetzt, sondern nur noch wie. Literacy vermittelt der Workshop, Fluency entsteht in der Anwendung an echten Prozessen.
Welches Ergebnis erhalte ich am Ende?
Eine überschaubare Liste priorisierter Anwendungsfälle, jeder mit Beschreibung des heutigen Ablaufs, des künftigen Ablaufs, des erwarteten Nutzens und des Aufwands. Dazu eine begründete Reihenfolge, was zuerst umgesetzt werden sollte, und die Punkte, die ich ausdrücklich nicht empfehle.
Muss die IT-Abteilung eingebunden sein?
Für die Analyse nicht zwingend, für die Umsetzung schon. In der Analysephase brauche ich vor allem die Menschen, die den Prozess täglich machen. Die IT kommt dazu, wenn es um Schnittstellen, Datenschutz und Betrieb geht. Was die IT nicht leisten kann, ist die Entscheidung, welche Prozesse künftig anders laufen sollen. Das bleibt Führungsaufgabe.