Was macht eine Digitalisierungsberatung konkret?
Sie klärt zuerst, welche Arbeit in einem Unternehmen tatsächlich anfällt und wie sie fließt. Erst danach kommt die Frage nach Technologie. In der Praxis heißt das: Prozesse aufnehmen, Medienbrüche und Doppelarbeit sichtbar machen, Ziele und Verantwortlichkeiten festlegen, passende Werkzeuge auswählen und die Organisation durch die Veränderung begleiten. Software ist das Ergebnis, nicht der Ausgangspunkt.
Warum ist KI-Einsatz Aufgabe der Geschäftsführung und nicht der IT?
Weil generative KI verändert, wer welche Arbeit macht, wie Entscheidungen zustande kommen und welche Qualifikationen gebraucht werden. Das sind Fragen der Aufbau- und Ablauforganisation, der Personalentwicklung und der Haftung. Die IT kann Werkzeuge bereitstellen und absichern, aber sie kann nicht entscheiden, welche Prozesse ein Unternehmen künftig anders führen will.
Was gilt nach dem Digital Omnibus noch für die KI-Kompetenz im Unternehmen?
Der Digital Omnibus on AI, Verordnung (EU) 2026/1744, wurde am 24. Juli 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und ist seit 27. Juli 2026 in Kraft. Er entschärft Artikel 4 des AI Act: Bisher mussten Anbieter und Betreiber sicherstellen, dass ihr Personal über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügt. Jetzt genügt es, nach besten Kräften Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz zu ergreifen, etwa Schulungen, Informationsmaterial und den Austausch bewährter Praxis. Ein bestimmtes Kompetenzniveau je Person muss nicht mehr nachgewiesen werden.
Verschwunden ist die Pflicht damit nicht, sie ist von einer Ergebnispflicht zu einer Bemühenspflicht geworden. Für Betreiber von Hochrisiko-Systemen bleibt Artikel 26 Absatz 2 mit strengeren Anforderungen unberührt. Und die Gründe, aus denen Schulung sinnvoll ist, hat der Gesetzgeber ohnehin nicht geändert: Datenschutz, Geheimnisschutz und die allgemeine Sorgfaltspflicht der Geschäftsführung gelten unverändert. Mehr dazu auf der Seite zum KI-Workshop.
Ab welcher Unternehmensgröße lohnt sich KI-Beratung?
Sinnvoll wird sie, sobald mehrere Personen an denselben Abläufen arbeiten, also etwa ab zehn Mitarbeitenden. Entscheidend ist nicht die Größe, sondern ob es wiederkehrende Arbeit mit Text, Daten und Dokumenten gibt. Genau dort liegen die Anwendungsfälle, die sich rechnen.
Wo sind Sie tätig?
Der Firmensitz ist Eisenstadt im Burgenland. Vor Ort arbeite ich vor allem im Burgenland, in Wien und in Niederösterreich, auf Anfrage in ganz Österreich. Workshops und Analysen sind auch als Videocall möglich. Details auf der Kontaktseite.